Kerstin Radomski Agraministerin Christina Schulze Föcking beim Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Neukirchen-Vluyn.

Ortsbauernschaft im Dialog mit NRW-Agrarministerin

Sie nimmt die Sorgen der heimischen Landwirte sehr ernst: Christina Schulze-Föcking, Ministerin für Umwelt, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen schenkte den Landwirten des Kreises Wesel Gehör und diskutierte mit ihnen auf dem Hof von Franka und Johannes Leuchtenberg über die aktuellen Probleme.

Stellvertretend für die ansässigen Bauern legte Johannes Leuchtenberg eine Reihe von Sorgen und Nöten dar. Er kritisierte unter anderem das im Landesnaturschutzgesetz verankerte Vorkaufsrecht für Ackerland für die Naturschutzverbände. In diesem Zusammenhang machte er auch deutlich, dass die Landwirte das Naturschutzprojekt „life+“ nicht tolerieren, für das allein im Kreis Wesel 115 Hektar für den Vogelschutz abgezweigt wurden. Ebenso seien die derzeitigen Vorschriften für landwirtschaftliche Anlagen für viele Landwirte existenzbedrohend, genau wie die Schäden, die die Sommergänse und Krähen auf den Feldern hinterlassen. 

Kerstin Radomski

Christina Schulze-Föcking fand für die Ängste klare Worte: „Der Keil zwischen der Landwirtschaft und den Naturschutzorganisationen muss weg!“. Eine Kooperation zwischen allen Beteiligten, wozu auch die Jäger und biologische Stationen gehören, sei Voraussetzung für Kompromisse, die allen Seiten dienlich sind. Eine Überarbeitung des Landesnaturschutzgesetzes sei dabei dringend notwendig.

Als gelernte Landwirtin weiß die Ministerin wovon sie spricht. „Wir müssen NRW wieder ins rechte Licht rücken – das geschieht leider nicht von heute auf morgen“.

Die Landwirtschaft müsse aus dem tiefen Tal herausgezogen werden: Schlechte Preise, hohe Auflagen und auch die negative Außendarstellung seien Probleme, die nun angegangen werden. Es müsse „echte Kompensation geschehen, die dem wirklichen Naturschutz dient“. Zudem bedarf es anderer Ansätze zum Thema Flächenverbrauch. Darunter könnte zum Beispiel die Säuberung von Industriebrachen oder die Aufwertung vorhandener Naturschutzgebiete zählen. Schulze-Föcking stellte zudem die Kompensation von Flächen für Erdkabel oder Windkrafträder in Frage und betonte deutlich: „Das Vorkaufsrecht von Ackerland gehört den Landwirten!“

Kerstin Radomski

Ebenso sei sie im Gespräch mit Schulministerin Yvonne Gebauer: „Auch die Schulbücher müssen dringend überarbeitet werden. Dort wird den Kindern heute noch beigebracht, dass Hühner in Legebatterien gehalten werden. “Einigkeit besteht in dem Punkt, das Veränderungen gemeinsam vorangebracht werden müssen; Landwirte, Umweltverbände und Politik müssen gemeinsam unsere Landwirtschaft, den Verbraucherschutz und den Schutz der Umwelt weiterentwickeln, ohne Interessen gegeneinander auszuspielen. 

Vielen Dank nochmal an Ministerin Christina Schulze-Föcking für das offene Ohr und die Stellungnahme zu aktuellen Themen. Ebenso gilt mein herzlicher Dank dem Ehepaar Leuchtenberg für die Gastfreundschaft auf dem Paschenhof.